Kunde
activeMind AG
Projektzeitraum
seit 2016
Leistungen
Markenfamilie, Corporate Design, Webauftritte
Gemeinsam mit
Felix Schmidt, rethink digital
activeMind kam 2016 mit zwei Kleinigkeiten zu uns: Vorlagen für Dokumente und eine Infografik. Zurufaufträge, wie sie am Anfang einer Zusammenarbeit stehen. Was daraus wird, entscheidet sich daran, ob jemand mitdenkt, was danach kommt. Aus diesen beiden Aufträgen sind zehn Jahre geworden, eine ganze Markenfamilie und eine Rolle, die längst über die Gestaltung hinausgeht.
Die activeMind AG berät seit dem Jahr 2000 von München aus zu Datenschutz, Informationssicherheit und seit einigen Jahren auch zu KI. Die Hausfarbe des Unternehmens gab es trotzdem nur als Bildschirmwert, für den Druck existierte sie nicht. Wir haben sie übersetzt und Überlegungen dazu ergänzt, wie sich weitere Infografiken nach demselben Muster erstellen lassen. Gefragt war eine Zeichnung. Geliefert wurde ein Bauplan für die nächsten.
Diese Arbeit läuft von Beginn an gemeinsam mit meinem Kooperationspartner Felix Schmidt (rethink digital). Er begleitet activeMind bereits seit 2014 strategisch, seit 2016 arbeiten wir zusammen für den Kunden. Über die Jahre ist daraus eine Zusammenarbeit geworden, die für activeMind wie eine Agentur funktioniert.
Dieselbe Haltung beim Logo
Der nächste Auftrag klang ähnlich überschaubar. Das Logo der activeMind AG war über siebzehn Jahre alt und sollte aufgefrischt werden. Wer so lange unter einem Zeichen bekannt ist, ändert es nicht leichtfertig, also blieb das blaue Quadrat erhalten. Wir haben es aber umgestellt: Seither steht es direkt hinter dem Namen und verbindet ihn mit der Endung der jeweiligen Gesellschaft.
Als die Kanzlei activeMind.legal ihren eigenen Auftritt bekam, musste deshalb niemand ein Logo erfinden.
Aus Gestaltungsfragen wurden Fragen ohne Gestaltung
Die erste dieser Fragen stellte das Recht. Eine Aktiengesellschaft darf keine Rechtsberatung anbieten, also brauchte activeMind dafür eine eigene Gesellschaft: die Kanzlei activeMind.legal. Über diesen Schritt hat das Unternehmen entschieden, nicht wir. Vor uns lag die Frage, die danach kam: Wie fügt sich eine Firma ein, die zur selben Familie gehört und trotzdem einen anderen Beruf ausübt?
Ein eigenes Unternehmen braucht einen eigenen Auftritt. Die Kanzlei bekam ihn, zuletzt um den Jahreswechsel 2022/23 von uns vollständig neu aufgebaut. Die Gesellschaften in London und der Schweiz schlossen sich später diesem Auftritt an. Die Webseite der Muttergesellschaft hat eine ganz andere Aufgabe: Sie gewinnt Kunden über Fachwissen, über ein großes Magazin, Ratgeber und Vorlagen. Wir haben sie mehrfach neu ausgerichtet und im Frühjahr 2024 vollständig neu konzipiert.
Aus zwei Karrierebereichen wurde ein Portal
Inzwischen war aus dem einen Unternehmen eine Unternehmensgruppe geworden, und die suchte laufend Juristen und Informatiker, für die AG, für die Kanzlei und für deren Londoner Gesellschaft. Jede Firma hätte ihre Stellen auf der eigenen Seite ausschreiben können. Nur sieht ein Jurist, der sich für Datenschutz interessiert, dann zwei fast gleich heißende Firmen und muss selbst herausfinden, wo er hingehört. Die Karrierebereiche hätten einander Bewerber weggenommen.
Diesmal haben wir nicht auf einen Auftrag gewartet, sondern vorgeschlagen, sie zusammenzulegen. So entstand activeMind.jobs, das gemeinsame Karriereportal der drei Gesellschaften. Wer dort ankommt, sieht nicht zwei verwandte Firmen, sondern wie groß das Ganze ist. Inzwischen gehen darüber so viele Bewerbungen ein, dass Stellenanzeigen über externe Job-Portale kaum noch nötig sind.
Danach wurde das Vorschlagen zur Regel
Ein Angebot, das aus einem Vorschlag entstanden ist, verändert ein Verhältnis. Seither prüfen wir nicht nur, wie sich etwas umsetzen lässt, sondern auch, was dem Unternehmen fehlt.
Die activeMind AG schulte seit Jahren, in eigenen Webinaren und bei der IHK München. Wir sahen darin eine Chance: dieses Wissen aufzuzeichnen und bezahlbar abrufbar zu machen. Wir fanden Gehör und sollten ein Konzept schreiben. Darin sind wir einen Schritt weiter gegangen, statt Aufzeichnungen didaktisch aufbereitete Lernfilme mit eigenen Figuren. So entstand die Schulungsmarke activeMind.academy. Erst danach kamen Logo, Webseite und Lernumgebung dazu, und die ersten Filme nach diesem Konzept haben wir produziert.
Der Podcast begann ähnlich. Das Unternehmen veröffentlicht laufend Fachartikel, und in diesem Bestand sah ich einen ungehobenen Schatz. Aus einem aktuellen Artikel entstanden mit KI die vertiefte Recherche, das Sendungsskript und die Stimme, ohne eigene Redaktion und ohne Sprecher. Geprüft und freigegeben haben jede Folge die Fachleute im Haus.
Was sich verändert hat
Heute stehen alle Auftritte der Unternehmensgruppe auf demselben Aufbau: der Name, das blaue Quadrat, die Endung der jeweiligen Gesellschaft. Gewachsen ist in diesen zehn Jahren beides, die Zahl der Aufträge und ihre Art. Am Anfang kam die Arbeit auf Zuruf. Heute werden wir früh in strategische Überlegungen eingebunden, und manchmal kommt der Impuls von uns.

Kurz gefragt
Soll eine neue Tochterfirma unter der Hauptmarke laufen oder einen eigenen Auftritt bekommen?
Beides, wenn der Aufbau es vorsieht. Die Tochter braucht dort einen eigenen Auftritt, wo ihr Geschäft ein anderes ist und andere Erwartungen weckt: Mandanten erwarten von einer Kanzlei anderes als von einer Beratung. Sichtbar bleiben sollte trotzdem, woher sie kommt. Bei activeMind lösen wir das über eine feste Stelle im Zeichen: derselbe Name, dasselbe blaue Quadrat, dahinter die Endung der jeweiligen Gesellschaft.
Was kostet es, wenn jede Tochterfirma ihr eigenes Logo bekommt?
Mehr als die Gestaltung. Jedes eigene Zeichen muss bekannt gemacht, gepflegt und auf allen Drucksachen, Schildern und Seiten nachgezogen werden, und es trennt die Tochter von der Herkunft, die ihr Vertrauen verschafft. Ein Logo, das eine feste Stelle für Ergänzungen vorsieht, spart diesen Aufwand bei jeder neuen Gesellschaft. Bei activeMind sind seit 2017 acht Auftritte in dieses Muster eingerückt, ohne dass ein Zeichen neu erfunden werden musste.
Wer betreut die Marke, wenn ein Unternehmen mehrere Firmen hat?
In der Regel mehrere Dienstleister nacheinander, und daraus entstehen die Brüche: Jeder Wechsel kostet Einarbeitung, und die Begründungen von damals kennt niemand mehr. Wer die Entstehung einer Marke kennt, kann eine neue Gesellschaft einfügen, ohne das Vorhandene zu beschädigen. Bei activeMind liegt diese Arbeit seit 2016 bei uns, inzwischen über acht Marken hinweg.

